{"id":110,"date":"2009-07-11T22:35:46","date_gmt":"2009-07-11T21:35:46","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.martindreier.de\/?p=110"},"modified":"2009-07-11T22:35:46","modified_gmt":"2009-07-11T21:35:46","slug":"nass","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.dreier.cloud\/?p=110","title":{"rendered":"Nass"},"content":{"rendered":"<p>Das gute Wetter konnte ja nicht lange anhalten. Heute war es dann schon wieder schlechter. Der Wetterbericht hatte wolkig und 23 \u00b0C vorausgesagt &#8211; zumindest die Temperatur stimmte so halbwegs. Aber fangen wir am Anfang an. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck legte ich mir meinen Tagesplan zurecht: Ich wollte zun\u00e4chst den Mont Royal ersteigen,der Hausberg und Namensgeber von Montr\u00e9al, und anschlie\u00dfen ein wenig das <em>Plateau de Montreal<\/em> entlangschlendern. Dann traf ich zwei folgenschwere Entscheidungen, die ich sp\u00e4ter bereuen sollte: &#8222;Stadtplan brauche ich nicht, das finde ich schon&#8220; und &#8222;Das Wetter h\u00e4lt, ich nehme keinen Schirm mit&#8220;.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nZun\u00e4chst lief alles glatt. Der Berg war schnell gefunden (einfach die Stra\u00dfe runter), und nach einiger Zeit hatte ich sogar den Weg nach oben gefunden. Vielleicht nicht den offiziellen Weg, aber immerhin einen Weg. Der Weg nach oben entpuppte sich zun\u00e4chst als ein Haufen Stufen. Treppensteigen am Berg in schw\u00fclem Wetter &#8211; <a href=\"http:\/\/blog.martindreier.de\/2006\/07\/04\/singapore\/\">das kenne ich doch irgendwoher<\/a>&#8230; Der Aufstieg lohnt sich aber durchaus, von oben hat man einen wunderbaren Blick \u00fcber das s\u00fcdliche Montr\u00e9al. Und geschickterweise hat die Stadtverwaltung oben einen Getr\u00e4nkeautomaten aufgestellt. Das d\u00fcrfte sich lohnen, bei $2 f\u00fcr die Literflasche Wasser.<\/p>\n<p>Nach einer l\u00e4ngeren Ausguckpause am <em>Chalet<\/em>, einer Halle dort oben, erkundete ich den <em>Parc de Mont Royal<\/em>, die gr\u00f6\u00dfte Gr\u00fcnfl\u00e4che Montr\u00e9als. Der wurde \u00fcbrigens von dem Architekten angelegt, der auch in New York den Central Park gestaltet hat. In dem Park wimmelt es nur so von Eichh\u00f6rnchen, Grauh\u00f6rnchen und Streifen- bzw. Backenh\u00f6rnchen. Gerade die Grauh\u00f6rnchen, die sich auch in den restlichen Parks von Montr\u00e9al in gro\u00dfer Zahl herumtreiben, haben kaum scheu. Ich habe nur kurz still dagestanden, schon hat sich eines auf weniger als einen Meter herangetraut und sich auch von zahlreichen Aufnahmen nicht abschrecken lassen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich hatte ich das westliche Ende des Parks erreicht, den <em>Lac aux Castors<\/em> (hat nix mit Atomm\u00fcll zu tun). Da sich meine restlichen Ziele allerdings \u00f6stlich des Parks befanden wollte ich durch die Cimeti\u00e8res Notre-Dame-de-Neiges und Mont-Royal, also die beiden gro\u00dfen Friedh\u00f6fe von Montreal, zur\u00fccklaufen. Nach einer kleinen Pause am See machte ich mich auf, nur um sofort von einem ersten Regenschauer aufgehalten zu werden. Ich schl\u00fcpfte in einer Bushaltestelle unter und entschied mich, dann doch lieber mit dem Bus zur n\u00e4chsten Metrohaltestelle (die M\u00e9tro ist die U-Bahn von Montreal) zu fahren und mich dann im Untergrund zu bewegen. Dummerweise fuhr der Bus in die falsche Richtung&#8230;<\/p>\n<p>Der Busfahrer erkl\u00e4rte mir, wie ich zur richtigen Bushaltestelle kommen w\u00fcrde. Da es gerade aufgeh\u00f6rt hatte zu regnen entschied ich mich aber, zu Fu\u00df zu gehen. So weit konnte das ja nicht sein, die Metrostation hie\u00df &#8222;Dame de Neiges&#8220;, m\u00fcsste also ganz in der N\u00e4he vom Friedhof sein. Was ich nicht bedacht hatte war, das die Nordamerikaner ihre Friedh\u00f6fe deutlich gr\u00f6\u00dfer bauen als wir. Die Gr\u00e4ber laufen in Amerika nicht ab sondern sind f\u00fcr die Ewigkeit, somit ben\u00f6tigt man auch deutlich mehr Platz. Mit einer Karte h\u00e4tte ich das schnell festgestellt, aber &#8211; siehe oben. Schon nach kurzer Zeit fing es wieder leicht an zu regnen, aber ich als <del>wetterfester Globetrotter<\/del> <del>outdoorerfahrener Abenteurer<\/del> sturer Dicksch\u00e4del blieb bei meinem Plan. Das Wetter aber nicht bei leichtem Nieselregen.<\/p>\n<p>Allzu schlimm war es aber nicht, und so erreichte ich nach langer Lauferei endlich die Metrostation. Ich besorgte mir einen Sixpack Tickets und einen Stadtplan, die gibt es n\u00e4mlich kostenlos an der Metrokasse. Da mir ein Besuch des <em>Plateau<\/em> bei Regen nicht sonderlich attraktiv erschien machte mich mich auf den Weg zu einem Restaurant, das ich auf <a href=\"http:\/\/wikitravel.org\/de\/Hauptseite\">Wikitravel.org<\/a> gefunden hatte, eine sehr empfehlenswerte Webseite f\u00fcr alle Reisenden. Ein ausf\u00fchrliches Studium des Stadtplans lieferte nicht nur die richtige Stra\u00dfe, sondern auch eine Metrostation in der N\u00e4he. Und los gings. <\/p>\n<p>Inzwischen hatte sich allerdings der Regen von einem leichten Sommerregen zu einem ausgewachsenen Regenguss entwickelt. Und irgendwie lie\u00df sich das Restaurant nicht finden. Nachdem ich es endlich geschafft hatte, den Stadtplan zu entschl\u00fcsseln und die Hausnummernangabe zu finden musste ich feststellen, dass ich mich am v\u00f6llig falschen Ende der Stra\u00dfe und im wahrsten Wortsinne meilenweit von meinem Ziel entfernt war. Da ich inzwischen au\u00dferdem gut beregnet war gab ich zun\u00e4chst auf und fuhr zur\u00fcck ins Hotel. Noch war ich aber nicht erl\u00f6st, denn aus dem Regeguss war inzwischen ein Weltuntergang geworden, der die Stra\u00dfe zentimeterhoch unter Wasser setzte (und ein wenig die Metrostation flutete &#8211; ich bin mir sicher, dass das Wasser in den Kanal hineinflie\u00dfen sollte und nicht umgekehrt &#8230;). Als der Regen in wenig nachlie\u00df rannte ich dann endlich zum Hotel, wenn ich auch danach v\u00f6llig durchn\u00e4sst war.<\/p>\n<p>Aber der Mensch ist ja praktischerweise wasserfest, und ein hei\u00dfes Bad lie\u00df meine Lebesgeister wieder aufsteigen. Ich checkte mal meine Mails, verabredete mich f\u00fcr morgen mit einem Kollegen, und schrieb ein wenig an meinem Blogeintrag, bevor ich mich wieder auf den Weg machte. Diesmal gut ger\u00fcstet, mit Regenschirm und Stadtplan. Nach einem kleinen Abstecher durch den <em>Parc Lafontaine<\/em> erreichte ich dann endlich das <em>Maamm Bolduc!<\/em>, ein nettes kleines Restaurant. Die Burger, die an den Nebentisch geliefert wurden, sahen verdammt lecker aus, aber ich bestellte mir eine <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Poutine\">Poutine<\/a>, eine qu\u00e9becer Spezialit\u00e4t. Es besteht aus Pommes, quietschendem K\u00e4se, getr\u00e4nkt mit Bratenso\u00dfe, und schmeckt deutlich besser, als es sich anh\u00f6rt. Meiner war au\u00dferdem teuflisch pfefferig, und ich bin von der &#8222;kleinen&#8220; Portion f\u00fcr $7,50 gut satt geworden.<\/p>\n<p>Satt, zufrieden, und vor allem trocken bin ich dann \u00fcber die Rue Mont-Royal wieder zur\u00fcck zur Metro spaziert. Vor der Metrostation haben noch <a href=\"http:\/\/www.myspace.com\/alexandrefredeau\">ein paar Leute<\/a> musiziert (in den Metrostationen gibt es speziell gekennzeichnete Stellen, an denen Musik gemacht werden darf), und ich machte noch kurz Rast dort. Eigentlich wollte ich jetzt entweder noch \u00fcber&#8217;s <em>Plateau<\/em> oder alternativ nochmal auf das Jazz-Festival, aber ein aufziehendes Gewitter \u00fcberzeugte mich doch, in den Untergrund zu gehen und die Metro zur\u00fcck zum Hotel zu nehmen. Und auf den letzten Metern kam dann sogar noch der Regenschirm zum Einsatz. Ein kurzer Zwischenstopp bei einem D\u00e9panneur (quasi ein Tante-Emma-Laden), um meine Wasservorr\u00e4te aufzuf\u00fcllen, und schon sitze ich in meinem Hotelzimmer und kann den Blogeintrag zu Ende bringen und meine Bilder hochladen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das gute Wetter konnte ja nicht lange anhalten. Heute war es dann schon wieder schlechter. Der Wetterbericht hatte wolkig und 23 \u00b0C vorausgesagt &#8211; zumindest die Temperatur stimmte so halbwegs. Aber fangen wir am Anfang an. 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